Kindern Lachen schenken

Freitag, 11. März 2022

Berichts-Kategorie: Bruderschaften
Bruderschaft: St. Sebastianus Schützenbruderschaft Villip e. V.
eingesendet von: Gabi Höhne

Die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Vil­lip e. V. zusam­men mit dem Jugend­för­der­ver­ein Vil­lip e. V.  ste­hen den Flut­be­trof­fe­nen von den ers­ten Tagen an bei. Uns war sofort klar, es wird Hil­fe benö­tigt, aber wel­che? Wo kön­nen wir mit anpa­cken? Was kön­nen wir Sinn­vol­les tun?

Vie­le Mit­glie­der von Schüt­zen­bru­der­schaf­ten um uns her­um waren selbst stark betrof­fen und auf Hil­fe ange­wie­sen. Da es von Wacht­berg-Vil­lip nicht weit bis ins Kata­stro­phen­ge­biet ist, waren schnell ers­te Kon­tak­te nach Rhein­bach, Dernau, May­schoß, Swist­tal und Heim­erz­heim geknüpft. Der direk­te Kon­takt zu den Betrof­fe­nen zeig­te und ließ uns erken­nen, wo u.a. Hil­fe benö­tigt wird. Was ist näm­lich mit den Kindern?

Wäh­rend die Eltern vor Ort ver­such­ten zu funk­tio­nie­ren und zu ret­ten, was eigent­lich nicht mehr zu ret­ten ist, waren die Kin­der oft­mals auf sich allei­ne gestellt. Wie ger­ne hät­ten sie Ihren Eltern bei­gestan­den und gehol­fen. Aber sie sind ein­fach zu klein, zu jung, um bei den schwe­ren Arbei­ten mit anzu­pa­cken. Über­all kon­ta­mi­nier­tes Was­ser, kein Strom, kein Tele­fon­netz, kei­ne Kon­tak­te zu Freun­den, zu Oma und Opa und die Eltern bis zum Hals mit Arbeit und Sor­gen beschäftigt.

Was lag also näher, als die Kin­der aus ihren Wohn­or­ten her­aus­zu­ho­len, um ihnen den trost­lo­sen Anblick ihrer Hei­mat ein wenig ver­ges­sen zu las­sen und den Eltern den Rücken frei­zu­hal­ten? Es kos­te­te zwei Tele­fo­na­te von fünf­mi­nü­ti­ger Dau­er und es stand fest, wir küm­mern uns um die Kin­der. Denn wie hät­te unser ver­stor­be­ner Bru­der­meis­ter Tho­mas Köh­ler stets zu sagen gewusst: „Der Jugend ein Freund“! Genau dies woll­ten wir in die­sen schwe­ren Stun­den für Kin­der und Fami­li­en sein, sind dies bis heu­te geblie­ben und wer­den es auch zukünf­tig noch sein – eben Kin­dern Lachen schenken!

Unter die­sem Mot­to fand unse­re Idee in den sozia­len Medi­en gro­ßen Anklang und es kam Bewe­gung in die Pla­nung. Dank der enor­men Unter­stüt­zung von Pri­vat­per­so­nen, Geschäf­ten und Betrie­ben sowie den Kir­chen gelang es uns inner­halb von vier Tagen, die zunächst ein­wö­chi­ge Betreu­ungs­maß­nah­me für die Kin­der „in tro­cke­nen Tüchern“ zu wis­sen. Die erfor­der­li­chen Finanz­mit­tel stan­den bereit, der Trans­port mit vier Fahr­zeu­gen war sicher­ge­stellt, die Ver­pfle­gung von Cate­rern über­nom­men. Ein zehn­köp­fi­ges Betreu­ungs­team aus Jugendleiter:innen und Pädagog:innen hat­te sich schnell gefunden.

Am Mon­tag, dem 26.07.2021 star­te­ten wir. Mor­gens um 9 Uhr wur­den die Kin­der in den Dör­fern und Städ­ten abge­holt und nach­mit­tags gegen 17 Uhr zurück­ge­bracht. Um die Kin­der mög­lichst viel von dem Erleb­ten ablen­ken zu kön­nen, haben wir jeden Tag ein tol­les Pro­gramm auf die Bei­ne gestellt und viel mit den Kin­dern unter­nom­men. Wir waren z. B. zum Rei­ten, im Odys­se­um, im Kino, haben Mini­golf im Dun­keln gespielt, eine Strau­ßen­farm besucht, bei den Tele­kom Bas­kets trai­niert. Am Vil­li­per Jugend­haus stand uns sogar eine gro­ße Hüpf­burg zur Verfügung.

Rasch war die Grup­pe, bestehend aus 35 Kin­dern und Erwach­se­nen, zusam­men­ge­wach­sen und im gemein­sa­men Tun konn­ten die Mäd­chen und Jun­gen die Ein­drü­cke der Kata­stro­phe ein wenig ver­ges­sen, wie­der lachen und sich wohl­füh­len. Eben gemein­sam statt einsam!

Bis heu­te fan­den ins­ge­samt schon drei Feri­en­frei­zei­ten statt und wei­te­re wer­den schon bald fol­gen. Die nächs­te in der zwei­ten Oster­fe­ri­en­wo­che und für die Som­mer­fe­ri­en ist etwas ganz Gro­ßes geplant – es wird eine zehn­tä­gi­ge Feri­en­frei­zeit auf Sylt geben. Selbst­ver­ständ­lich war und ist das Ange­bot für die Fami­li­en kostenfrei.

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