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Freitag, 5. November 2021

Berichts-Kategorie: Bruderschaften
Bruderschaft: St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hülchrath 1348 e.V.
eingesendet von: Roland Hardy

Am Wochen­en­de vom 30. zum 31.10.2021 hat die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Hülch­rath 1348 e. V. erst­mals seit 858 Tagen wie­der so etwas Ähn­li­ches wie ein klei­nes Schüt­zen­fest fei­ern können.

Im Zen­trum des Ehren­abends für die Jubi­la­re am Sams­tag stand in dem – unter Berück­sich­ti­gung des mit der Stadt Gre­ven­broich abge­stimm­ten Hygie­nekon­zep­tes – gut besuch­ten Fest­zelt, die Wür­di­gung von 30 Schüt­zen mit ins­ge­samt 1.080 Jah­ren Bru­der­schafts­zu­ge­hö­rig­keit und drei Zug­ge­mein­schaf­ten die auf ins­ge­samt 260 Jah­re zurück­bli­cken konn­ten, die Über­ga­be der Ernen­nungs­ur­kun­de an den neu­en Prä­ses der Bru­der­schaft, Kaplan Nic­co­lo Galet­ti, durch den Bezirks­ver­band Neuss und die Ernen­nung von Lothar Klung zum Ehrenmitglied.

Dar­über hin­aus hat sich die Bru­der­schaft über beson­de­re Gäs­te gefreut: Eine Abord­nung des Gemün­der Bür­ger-Schüt­zen­ver­eins St. Sebas­tia­nus-Schüt­zen­bru­der­schaft 1699 e.V., ange­führt von Bru­der­meis­ter Dit­mar Krum­pen, war der Ein­la­dung aus Hülch­rath gefolgt.  „Nach der lan­gen Zeit der Schüt­zen­fest­ab­we­sen­heit mach­te es noch­mals rich­tig Freu­de vie­le Leu­te in Schüt­zen­tracht zu sehen und mit­ein­an­der zu fei­ern.“ so Bru­der­meis­ter Krumpe.

Die Ein­la­dung durch die Hülch­ra­ther Schüt­zen­brü­der hat­te jedoch einen erns­ten Hin­ter­grund. Gemünd und die Gemün­der Schüt­zen waren in beson­de­rer Wei­se von der Flut­ka­ta­stro­phe im Juli betrof­fen. Bru­der­meis­ter Krum­pe: „Mit der Flut vom 14. Auf den 15. Juli 2021 sind uns vie­le Erin­ne­run­gen ver­lo­ren gegan­gen. Unser Schüt­zen­haus, die Schüt­zen­hal­le, unse­re Schieß­bahn, unser Vogel­stand und unser Schüt­zen­platz sind von der enor­men Was­ser­kraft zer­stört oder sogar weg­ge­spült wor­den. Vie­le Unter­la­gen, die an sport­li­che oder gesell­schaft­li­che Gesche­hen erin­nern sind zer­stört oder eben­falls weg­ge­spült wor­den.“ Hülch­rath, wenn man dem Text des Hei­mat­lie­des folgt, ein traum­haft schö­nes Dörf­lein „im Erft­tal still ver­steckt“ war von der Flut nicht direkt betroffen.

Gleich­wohl haben die Bürger*innen aus Hülch­rath die Betrof­fe­nen unter­stützt und auch zahl­rei­che Schüt­zen­rü­der haben in den letz­ten Wochen regel­mä­ßig in den Flut­ge­bie­ten gehol­fen, die gröbs­ten Schä­den auf­zu­fan­gen. Dass auch die Bru­der­schaft ihren Anteil leis­tet, war dann schon fast eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. „Den­noch waren wir von der gro­ßen Hilfs­be­reit­schaft unse­rer Schüt­zen posi­tiv über­rascht“, sag­te Bru­der­meis­ter Bern­hard Hösen.

Statt einer durch den Aus­fall der Schüt­zen­fes­te 2020 und 2021 mög­li­chen Bei­trags­sen­kung hat die Gene­ral­ver­samm­lung im August 2021 ein­stim­mig beschlos­sen, aus der Bru­der­schafts­kas­se einen Betrag von 10 EUR je Mit­glied an eine beson­ders betrof­fe­ne Bru­der­schaft zu spen­den. „Wir sind nur eine klei­ne Bru­der­schaft und uns bewusst, dass die Spen­de nur ein ganz klei­ner Trop­fen auf einen sehr gro­ßen hei­ßen Stein sein kann“, so Hösen, „aber es war den Hülch­ra­ther Schüt­zen beson­ders wich­tig nicht anonym auf ein Kon­to zu spen­den, son­dern gezielt eine Bru­der­schaft aus den betrof­fe­nen Gebie­ten zu unter­stüt­zen.“ So konn­te Bru­der­meis­ter Bern­hard Hösen sei­nem Amts­kol­le­gen aus Gemünd, Dit­mar Krum­pen, einen Spen­den­scheck über den durch wei­te­re Spen­den der Gäs­te am Ehren­abend noch auf­ge­stock­ten Betrag von 1.800 EUR überreichen.

Sei­ne Dan­kes­wor­te ver­band Krum­pen mit der Ein­la­dung an die Hülch­ra­ther Schüt­zen zur Teil­nah­me am 375-jäh­ri­gen Jubi­lä­um im Jahr 2024 nach Gemünd. Dank kam auch von der Dorf­ge­mein­schaft Hülch­rath (D‑G-H), die einen Tag zuvor ihre Mit­glie­der­ver­samm­lung in dem von der Bru­der­schaft zur Ver­fü­gung gestell­ten Fest­zelt abge­hal­ten und unter ande­rem von der Anschaf­fung eines Auto­ma­ti­sier­ten exter­nen Defi­bril­la­tors (AED, auch Laien­de­fi­bril­la­tor oder kurz Laien­de­fi), berich­tet hatte.

Die Pro­jekt­idee zur Anschaf­fung des Gerä­tes, das „hof­fent­lich nie gebraucht wird aber Leben ret­ten kann“, so der Vor­sit­zen­de der D‑G-H, Albert Stromann, kam aus den Rei­hen der Schüt­zen­bru­der­schaft, die laut Bru­der­meis­ter Bern­hard Hösen mehr ist, „als der Ver­an­stal­ter eines Schüt­zen­fes­tes, mehr als der Wah­rer von Tra­di­tio­nen. Sie ist als Teil der Gemein­schaft, wich­ti­ger Bestand­teil des gesell­schaft­li­chen Lebens“. So hät­ten der amtie­ren­de Schüt­zen­kö­nig Frank Esser und der Schrift­füh­rer der Bru­der­schaft, Roland Har­dy durch ihre spon­ta­nen Spen­den den Grund­stein zur Finan­zie­rung des AED gelegt und auch die Bru­der­schaft habe mit einer nen­nens­wer­ten Spen­de zur Finan­zie­rung beigetragen.

Roland Har­dy: „In Hülch­rath woh­nen etwa 700 Men­schen, davon etwa 140 „Senio­ren“, 65 Jah­re und älter. Damit dürf­ten hoch­ge­rech­net min­des­tens 250 bis 300 Bürger*innen in Hülch­rath zu den beson­ders betrof­fe­nen Risi­ko­grup­pen zäh­len. Hin­zu kom­men Besu­cher und Gäs­te unter ande­rem bei den Ver­an­stal­tun­gen der ver­schie­de­nen Hülch­ra­ther Ver­ei­ne, so dass mit der Auf­stel­lung eines jeder­zeit zugäng­li­chen AEDs ein wesent­li­cher Bei­trag zur Sicher­heit der Men­schen in und aus Hülch­rath geleis­tet wer­den kann.“ Über das finan­zi­el­le Enga­ge­ment hin­aus hat die Bru­der­schaft die Paten­schaft für den AED, der künf­tig zen­tral auf dem Sebas­tia­nus­platz in Hülch­rath hän­gen wird, übernommen.

„Nicht das Schie­ßen, son­dern das Schüt­zen – auch von Men­schen­le­ben – ist bekannt­lich der Ursprung sämt­li­chen Schüt­zen­we­sens. Das ist es, wofür wir uns enga­gie­ren und uns als Schüt­zen­bru­der­schaft seit Jahr­hun­der­ten ein­set­zen“, ergänzt Bru­der­meis­ter Bern­hard Hösen

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