Leises Jubiläum im Zeichen von Corona

Freitag, 12. Juni 2020

Berichts-Kategorie: Bruderschaften
Bruderschaft: Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Richrath 1870 e. V.
eingesendet von: Ingo Zimmermann

„Unter dem Vor­sit­zen­den des dama­li­gen Bür­ger­meis­ters Neurath, ver­sam­mel­ten sich am 26. Mai 1870 in Berg­hau­sen, in der Gast­stät­te Knoch, die Mit­glie­der des Rich­ra­ther Schüt­zen­bun­des, aus Berg­hau­sen, Immi­grath und Rich­rath, zur Ver­ab­schie­dung der erneu­er­ten und respek­tier­ten Sta­tu­ten und zur Neu­wahl des end­gül­ti­gen Vor­stan­des!“

So beginnt die von Ehren­bru­der­meis­ter Heinz-Mar­tin Pat­ten auf­be­rei­te­te ver­eins­ei­ge­ne Chro­nik der St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Rich­rath 1870 e.V..

150 Jah­re nach der Grün­dung hat der aktu­el­le Lock-Down den Rich­ra­ther Schüt­zen einen Strich durch die Fei­er­lich­kei­ten gemacht, sodass nur eine gro­ße Schüt­zen­fah­ne vor dem alten Kirch­turm von St. Mar­tin in der letz­ten Mai­wo­che an den run­den Geburts­tag der Rich­ra­ther Bru­der­schaft erin­nert. 230 Mit­glie­derIn­nen zählt die Rich­ra­ther Bru­der­schaft in ihrem Jubi­lä­ums­jahr. 170 Senio­ren, 30 Kin­der und Jugend­li­che sowie 30 Spiel­leu­te gestal­ten in Rich­rath das Schüt­zen­jahr.

Das Zen­trum aller Akti­vi­tä­ten ist in der Regel die Rich­ra­ther Schüt­zen­hal­le, die seit über 40 Jah­ren eigen­stän­dig bewirt­schaf­tet wird und als größ­te Mehr­zweck­hal­le in Lan­gen­feld vor allem im Advent und im Kar­ne­val, sowie für Fir­menevents und Schul­ver­an­stal­tun­gen von der Lan­gen­fel­der Bevöl­ke­rung ger­ne zum Fei­ern genutzt wird. Hier ange­schlos­sen ist auch der Senio­ren­treff St. Mar­tin, der von den Rich­ra­ther Schüt­zen vor mehr als 30 Jah­ren gegrün­det wur­de und ein belieb­ter Treff­punkt für alle rüs­ti­gen Rent­ner in Rich­rath dar­stellt. Ob Turm­fest, Weih­nachts­markt, Kirch­fest oder Schüt­zen­fest die Rich­ra­ther Schüt­zen enga­gie­ren sich gemein­sam mit befreun­de­ten Ver­ei­nen und Grup­pie­run­gen zum Woh­le der Bür­ger und prä­gen damit das Stadt­bild auf eine ganz beson­de­re Wei­se.

Wenn auch das his­to­ri­sche Schüt­zen­we­sen den Schüt­zen­be­griff nicht vom Wort­stamm des Schie­ßen ablei­tet, son­dern vom Beschüt­zen der Gläu­bi­gen zum Kirch­gang, so steht in der heu­ti­gen Zeit natür­lich auch der Schieß­sport für vie­le Schüt­zen als Hob­by im Mit­tel­punkt. Somit freut sich die Rich­ra­ther Bru­der­schaft seit eini­gen Jah­ren nicht nur immer wie­der über tol­le Mann­schaft-und Ein­zel­leis­tun­gen bei vie­len Tur­nie­ren und Wett­be­wer­ben, son­dern darf auch mit Stolz einen Bun­des­sie­ger im Schie­ßen in ihren Rei­hen vor­zei­gen.

All die­se Tätig­kei­ten las­sen sich immer wie­der unter den drei Leit­be­grif­fen des Schüt­zen­we­sens defi­nie­ren. Denn das Ein­tre­ten für „Glau­be, Sit­te und Hei­mat“ ist ein ganz beson­de­rer Wert, auch in der heu­ti­gen Gesell­schaft, den die Rich­ra­ther Bru­der­schaft immer wie­der zur Gel­tung bringt, wenn sie sich für den Orts­teil Rich­rath und deren Bewoh­ner enga­giert. Das dies schon seit 150 Jah­ren so ist, zei­gen zahl­rei­che Bil­der und Erwäh­nun­gen in Lan­gen­fel­der Chro­ni­ken, die deut­lich machen, wie sehr die Rich­ra­ther Bru­der­schaft seit Ihrer Grün­dung das Leben in Rich­rath mit­ge­stal­tet hat. Jetzt in der Coro­na­zeit lässt sich das Jubi­lä­um lei­der nicht rich­tig fei­ern.

Aber auch hier ist die Rich­ra­ther Bru­der­schaft zur Stel­le und bie­tet mit einem Ord­ner­dienst bei den Got­tes­diens­ten und einer Ein­kaufs­hil­fe für Senio­ren ihre Hil­fe an und stärkt somit das sozia­le Enga­ge­ment in Rich­rath. Die Fei­er­lich­kei­ten fal­len aber nicht aus. Wer die Rich­ra­ther Schüt­zen kennt, der weiß, dass alles nach­ge­holt wird, sobald gro­ße Ver­an­stal­tun­gen wie­der mög­lich sind.

Denn für hal­be Sachen sind die Schüt­zen nicht bekannt.

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